Nr. 9: Kulturpessimismus im Getränkemarkt

Nach einem ganz hervorragenden Auftaktspieltag steigt die Stimmung in den Studios merklich an. Wir saugen wirklich die Bundesliga auf wie eine ausgedörrte Zecke das Blut ihrer Beutetiere. Wir besprechen so ziemlich alle Spiele und tippen natürlich auch den kommenden Spieltag, sprechen (leider wieder mal) über Ralle Rangnick und seine Ansichten und dementsprechend auch über Red Bull am Anfang, sind uns aber der Problematik durchaus bewusst, dass sich das auch abnutzt. In der Redaktionskonferenz nach der Aufnahme haben wir das auch schon angesprochen und geloben Besserung. Aber es gab halt auch einen Anlass.

Außerdem kommt das allgemeine Bundesliga-Bashing und die Schadenfreude über das Länderspiel-Debakel natürlich nicht zu kurz.

Aber, keine Sorge, es ist nicht alles kacke. Wir schweifen zum Wettkampfsfischen ab und auch sonst ist alles wie immer.

Im Tippspiel gratulieren wir dem ersten Tagessieger und klären noch einmal(!) final(!!) über die Punkteregeln auf. Mittlerweile sind wir 209 Tipper. Finden wir schön.

Viel Vergnügen wünschen wir Euch!

Ein ganz besonderer Gruß geht diese Woche an unsere Spender Marion und Nadine! Vielen Dank! Einen Blick in die immer schöner werdende Wall of Fame gibt es hier. Das nächste Produkt in Planung ist der Auphonic Leveler Batch, da das Abo wohl nicht ausreicht und die Stunden sonst zu teuer werden. Mit diesem Ding als Desktop-Variante sollten wir für unsere bescheidenen Verhältnisse ganz gut über die Runden kommen. Außerdem braucht David ein neues Headset! Falls Ihr dabei ein wenig helfen wollt: Nur zu, wir freuen uns sehr!

Davids Buch “Hanoi Hospital” könnt Ihr hier kaufen. Oder überall anders. Egal, Hauptsache Ihr kauft es!
Und unseren leckeren, exklusiven drei90-Glaskuchen gibt es ab sofort hier im Shop (jahaaa) zu bestellen! Lecker Bio-Schocki sogar.

Wir freuen uns über Eure Kommentare entweder hier im Blog oder auf Twitter und Facebook. Ganz besonders würden wir uns über ein paar frische Rezensionen auf itunes freuen. Das hilft uns tatsächlich. Auch hier rockt ihr, liebe Hörer aber wer noch nicht mitgemacht hat, kann uns ja mal einen Stern oder zwei geben und ein Sätzchen dazu schreiben. Das wäre ganz zauberhaft. Und falls jemand weiß warum itunes unser neues Logo nicht annimmt, er oder sie möge sich bitte melden. Es herrscht pure Verzweiflung!

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5 thoughts on “Nr. 9: Kulturpessimismus im Getränkemarkt

  • Rangnick als geisteskrank zu bezeichnen, ist bei seiner Krankengeschichte (Burnout) ziemlich böse.

  • Hallo zusammen! Bin kürzlich dank dem Rasenfunk auf Euren Podcast gestoßen. Gefällt mir super. Locker, flockig, unterhaltsam … faktisch wie der Eintracht Frankfurt Podcast! Trotzdem muss ich direkt mal was negatives über den Sportkameraden aus Frankfurt hinterlassen. Man kann die Plastikclubs doof finden und Witze machen. Nur dann bitte trotzdem einheitlich und am Besten noch in der Lage, objektiv zu bemerken, was dort passiert. Leipzig pulvert Kohle, die nicht über den Sport genieriert wurden, raus ohne Ende. Geschenkt. Muss man nicht gut finden. Dann aber jedesmal, wenn es zum Thema Hoffenheim kommt, die Generalschelte rauszuholen, empfinde ich als wahnsinnig unsachlich und einfach nur ätzend. Beobachtet doch mal, was da eingekauft wird, wie man da mittlerweile Transferüberschüsse erzielt, um den Laden am Laufen zu halten, und wieviele Spieler im Kader stehen, die aus der eigenen Akademie kommen. Da is nix mehr mit Hopp macht die Schatulle auf und es werden Götze und Schürrle verpflichtet. Nebenbei hat man einen wahnsinnig jungen, coolen Trainer, der einen wahnsinnig interessanten Fußball spielen lässt. Muss man halt auch sehen wollen. Wieviele Eigengewächse hat Frankfurt im Kader? Wie würdest Du gegen Hoffenheim ätzen, wenn sie sich gefühlt mit Masse unbekannte ausländische Spieler von Real oder ManU leihen würden? Nebenbei empfinde ich es als krass, Leverkusen aus der Kaste der Leipziger, Hoffenheimer und Wolfsburger rauszunehmen. Ist Plastiktradition plötzlich Tradition? Oder Gazprom bei Schalke und der dicke Mäzen beim HSV, Audi und Adidas in München, fließen da Gelder, die via Tradition egaler sind als andere? Oder der Wettbewerb in England. Mag schon sein, dass der spannend ist, aber wer hat denn die Preise kaputt gemacht? Und da rede ich noch nicht einmal vom neuen TV Deal. Chelsea oder City sind traditionelle Plastikclubs und wenn ich sowas aufn Tod nicht leiden kann, bin ich doch über den Wettbewerb auch etwas weniger begeistert.

    Lieber Basti, ich lausche Euren Podcasts wahnsinnig gerne. Du hast eine coole Stimme und stellst zeitweise richtig gute und steile Thesen auf. Bau Dir mal bitte Richtung Hoffenheim ein wenig Objektivität ein. Du musst die nicht lieben oder interessant finden, aber mal bemerken, was da passiert, bevor wie auf Knopfdruck das Gewetter losgeht, wäre mal ein Anfang. Krieg ständig nen Hals, wenn ich Deinen seltsamen Feldzug gegen Fußball im Kraichgau verfolge! Ist nämlich ne tolle Region, mit Heidelberg/Mannheim/Sinsheim, die eigentlich ohne Chance auf guten Fußball dasteht, da der Waldhof, als einzig mögliche Adresse, lange Zeit ähnlich wirtschaftete, wie unser Lieblingsclub aus Frankfurt und den Weg zurück niemals mehr finden wird.

    Sportliche Grüße

    Steffen

  • Vielen Dank für den Input und vor allem dass er netter formuliert ist als ich vielleicht manchmal die TSG Hoffenheim kritisiere 😀 Werde in eine der nächsten Sendungen versuchen differenziert und einigermaßen fair dazu zu äußern 🙂 Liebe Grüße aus Frankfurt

  • Hey Steffen,

    du hast mich zwar nicht direkt angesprochen, aber ich antworte mal. Erstmal: Danke für den Kommentar. Wir finden Kommentare super, und Interaktion und gerne auch Gegenrede.

    Zweitens: Es geht im Fußball sehr viel um Gefühle, Emotionen und persönliche, sehr subjektive Meinungen. Ich glaube, das gehört dazu. Gefühle kann man nicht immer begründen – muss man auch nicht. Ich habe auch schon festgestellt, dass ich Axel offenbar nicht überzeugen kann, dass der SCF ein cooler Verein ist. Es gibt Podcasts, die haben sich auf die Fahnen geschrieben, Fußball möglichst analytisch und so neutral wie möglich zu begleiten: Rasenfunk, Spielverlagerung… dafür gebührt ihnen Respekt, und es ist auch schön, dass man Fußball so unterschiedlich angehen kann, aber drei90 ist halt Meinung, Emotion und wir verbergen ja auch nicht, dass wir uns manchmal über etwas eine Meinung machen, ohne es zu kennen (zum Fischen zum Beispiel. Oder zu diversen Teams der EM). Insofern: Ich fürchte, man kann noch so viele “rationale” Argumente bringen, warum ein Verein XY doch eigentlich sympathisch ist – man wird Leute, die ihn nicht mögen, davon nicht überzeugen. Da kämpfst du gegen Windmühlen und regst dich nur unnötig auf.

    Das ist das eine. Das andere ist, dass ich persönlich gar nicht das Gefühl habe, dass wir (oder Basti im Speziellen) besonders auf Hoffenheim eingedroschen hätten. Die Hoffenheimer Plakathochhalter haben ja völlig recht damit, dass aktuell RB Leipzig ihnen gerade den Rang als Feindbild abläuft. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass wir die Geldströme beim HSV sehr wohl kommentiert haben, und dass Leverkusen mindestens einmal in der Aufzählung der “Plastikclubs” vorkam. Auch dass die Premier League natürlich alles andere als ein Vorbild gegenüber der Bundesliga ist, hatten wir erwähnt. Das war ja gerade das Fazit. Anders gesagt: Ich glaube, uns ist allen völlig bewusst, dass der Fußball ganz generell zum Spielball von Geld und Investoren geworden ist. Und dass das teilweise sogar unsere eigenen Lieblingsclubs betrifft. Trotzdem sind einige Clubs eben besonders leuchtende Symbole dafür. Hoffenheim ist für mich das Standard-Beispiel dafür, wie ein kleiner Club es eben mit ganz viel Geld bis in die Bundesliga geschafft hat. Im Grunde dieser Jugendtraum, den wir alle haben, wenn wir uns als kleine Kinder an einen Fußball-Manager gesetzt und einen Regionalliga-Verein in die Champions League geführt haben. Ich glaube mein Hauptkritikpunkt an Hoffenheim ist im Grunde, dass diese künstlich nachgeholfene Entwicklung so schnell ging, dass “die Region” gar nicht hinterher kam. Die Stimmung ist ja nicht gerade überschäumend. Kleiner Exkurs: Eventuell hast du mitbekommen, dass meine Sympathie in Frankreich der AS Monaco gilt. Das hat rein familiäre Gründe, man sucht sich häufig ja Lieblingsclubs nicht aus; mir ist der Widerspruch, dass ich einen Club mit der langweiligsten Stadionatmo des Landes anfeuere, durchaus bewusst.

    ich bin sicher, es gibt sehr, sehr viele Leute, die ärgern sich über diesen “Drecks-SVD”, der mit langweiligem Verhinderer-Fußball einen Platz in der Bundesliga blockiert für potentiell andere Clubs mit spannendem, interessantem Fußball. Wer so denkt, den werde ich nicht damit umstimmen, dass ich darauf hinweise, dass Darmstadt tolle Fans hat und mit seiner (relativen) Armut ne tolle Geschichte darstellt, und dass Defensivfußball super ist. Wer so denkt, der hat seine Prioritäten gesetzt, und das ist auch okay. Von jedem geliebt zu werden ist gar nicht so toll. Der SC Freiburg ist so ein Club, der von ganz vielen Leuten gemocht wird (außer von Axel) – und warum? Weil die so super-super-sympathisch spielen, und so fair, und, hach, vor allem weil sie immer so brav die Punkte bei den Gegnern lassen. Darum.

    Dass aus Emporkömmlingen irgendwann “Tradition” wird, ist eine Binsenweisheit. “Tradition” ist ohnehin ein schwammiger Begriff. Der FC Bayern war bekanntlich kein Gründungsmitglied der Bundesliga. Ich mag Leverkusen trotzdem bis heute nicht so richtig, ich empfinde den Club als “langweilig”. Das ist eine Emotion. Die kann ich noch damit untermauern, dass es ein Werksclub ist, mit Sponsorenname im Titel, aber vor allem ist es eine Emotion. An Leipzig stört mich, dass ein Club von Anfang bis Ende als Werbefläche und Werbeprodukt konzipiert wurde (übrigens im Unterschied zu Hoffenheim), und genauso auch geführt wird: Als herumlaufendes Werbebanner. Und ganz generell stört mich, wenn Clubs aus irgendwelchen Ecken ganz, ganz viel Geld bekommen, an das andere nicht herankommen. Denn natürlich kegeln sie damit andere Clubs aus dem Rennen, die an dieses Geld vielleicht nicht herankommen. Klar ist auch “interessanter Fußball” ein Argument, aber, ganz ehrlich, auch Leipzig hat natürlich ein “interessantes Fußballkonzept” mit ihrem One-Touch-Fußball – trotzdem bleiben sie für mich in erster Linie die wandelnde Werbesäule. Bayern München spielt wahnsinnig interessanten Fußball – trotzdem ist es langweilig, dass sie immer Meister werden.

    Fazit? Ich glaube, wir alle bei drei90 ärgern uns gewaltig über gewisse Entwicklungen im Fußball, die weltumspannend sind, und natürlich nicht nur die Bundesliga betreffen. Dafür gibt es bestimmte Vereine, Personen oder Situationen, die exemplarisch und symbolisch herausragen. Dass wir diese Entwicklung nicht aufhalten können, ist uns bewusst. Dass unsere eigenen Vereine am Ende sogar mitschwimmen müssen, um nicht unterzugehen, ebenfalls. Das verstärkt aber das Unwohlsein und die Wut sogar noch eher. Letztlich will ich persönlich aber auch kein Wut-Podcast sein, denn das führt ja zu nichts. Man kann auf gewisse Dinge hinweisen, man sollte sie nicht ignorieren, aber ständig nur den Untergang des Fußballs zu beschimpfen… weiß nicht. Dann müsste man natürlich so konsequent sein, und komplett abschalten.

    Das hat ja zum Beispiel auch zum Ende des “Flatterballs” geführt. 😉

    Und ich glaube, so weit sind wir noch nicht. Ein ungutes Gefühl bleibt trotzdem.

  • Hallo Ihr zwei,

    vielen Dank für die fixen Antworten!

    @Basti: werde das natürtlich genauestens im Auge behalten. 😉

    @Antwort Nummer zwei:
    gut und ausführlich argumentiert! Vor allem schreibst Du eines: ich vermisse den Flatterball!!!
    Klar, Fußball ist Emotion und klar ist auch, dass man den nicht sachlich wie ein Gesetzestext abhandeln soll und darf. Logisch ist auch, dass man es nicht jedem Recht machen kann. Es war niemals mein Ansinnen, aus Basti einen Hoffenheim-Fan zu machen, nur wollte ich darauf hinweisen, dass man einem Verein, der beim letzten nominierten U19 Kader 4 Spieler findet und eben keine 50 Millionen Transferausgaben hat, durchaus etwas kontroverser begegnen kann. Es ist ja nicht so, dass das jetzt der erste Podcast gewesen wäre, bei dem mir das aufgefallen ist.
    Die Stimmung ist in den meisten anderen Stadien besser ist, da hast Recht. Wird auch wohl noch ein Weilchen dauern. Vor ein paar Jahren war an dem Fleck noch ein Stückchen grün, dass man von der Autobahn gut sehen konnte. Bin jetzt auch weniger Stehplatzkunde (wenngleich ich dort auch schon war), sondern zumeist als Begleitung eines Rollstuhlfahrers im Stadion. Sind übrigens die coolsten Stehplätze überhaupt. 🙂
    Darmstadt habe ich auch gefeiert. Sind eben regionale Dinge und irgendwie eine kleine Märchengeschichte, die es eigentlich im heutigen Fußball gar nicht mehr geben kann.

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